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29
JAN
2014

“Kunst hoch Schule”

Kunst hoch Schule

Der erste Workshop des Projektes “Kunst hoch Schule” in diesem Jahr ist mit den Künstlerinnen Lena Kaapke und Theres Böttcher und dem “Mädchencafé” der INSEL der Struensee-Gemeinschaftsschule und des Bernstorff-Gymnasiums realisiert worden. Die Initiatoren freuen sich über einen gelungenen künstlerischen und kreativen Austausch in den Werkstätten der Keramikklasse der Muthesius Kunsthochschule.

Weitere Informationen zur INSEL und zum Mädchencafé finden Sie hier.

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Klar kannst Du das! Keramik-Workshop der Kunst hoch Schule

Für drei Tage tauschten Schülerinnen des Satruper Schulzentrums ihren Campus gegen das Studio 13 der Muthesius Kunsthochschule. Die Idee dazu kam von Lena Kaapke und Theres Böttcher. Die beiden Masterstudentinnen hatten das Konzept einer Einführung in das keramische und künstlerische Arbeiten für Schülerinnen entworfen. Sie gaben ihm den Titel “Kunstinsel”. Damit bewarben sie sich bei dem Projekt “Kunst hoch Schule” unter Leitung von Simon Kühl. Eine Jury, bestehend aus dem Präsidium sowie Professorinnen und Professoren der Kunsthochschule, dem Vorsitz des BDK Fachverbandes für Kunstpädagogik in Schleswig-Holstein e.V. und der Landesfachberatung Kunst am IQSH, wählte aus allen eingereichten Bewerbungen ihre Idee aus. Es konnte losgehen! Wenige Tage nach offiziellem Start des „Jahres der kulturellen Bildung 2014“ in Schleswig-Holstein kam die Mädchengruppe nach Kiel.

Schweres Gepäck dabei

Sie sind im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, einer Lebensphase, in der die meisten Mädchen unzufrieden mit sich und der Welt sind. Einige gehen auf die Gemeinschaftsschule. Andere besuchen das Gymnasium in Satrup. Zusammen gefunden haben sie über das „Mädchencafé“, eine noch relativ junge Initiative der Schulsozialarbeiterinnen auf dem gemeinsamen Campus der beiden Satruper Schulen. Dieser Treffpunkt steht allen Schülerinnen ab der Mittelstufe offen. Dort finden sie jemanden zum Reden. Dort können sie eine Auszeit nehmen, werden umsorgt und dürfen ausprobieren, wo ihre Stärken liegen. Alle können das gebrauchen. Denn jede machte Erfahrungen, die selbst Erwachsene in die Knie zwingen, sei es Mobbing, der Verlust von Mutter, Vater oder Geschwistern, sexueller oder seelischer Mißbrauch sowie schwere Krankheiten oder Unfälle. “Wir Lehrerinnen und Lehrer würden selten davon erfahren, hätten wir diese Anlaufstelle nicht an unseren Schulen”, bekennt Dr. Ellen Wilke. Sie ist Lehrerin an der Gemeinschaftsschule, systemische Beraterin und Mitarbeiterin in der Schulsozialarbeit. Einmal im Monat treffen sich die Mädchen mit ihr vormittags in der “Schulinsel” zu Gesprächen. Darüber hinaus organisiert sie in Zusammenarbeit mit den kommunalen Schulsozialarbeiterinnen Workshops so wie diesen, über zwei bis drei Tage.

Eine Lebensweisheit und der Uni-Alltag

Spielerisch und subjektorientiert führen Lena Kaapke und Theres Böttcher die Mädchen an das Modellieren von Ton heran. Der Workshop “Kunstinsel” soll die Wahrnehmung der Mädchen schärfen. Keramik eignet sich dafür besonders als Medium, da es auch haptisch erlebbar ist, es hat direkt mit den Händen zu tun und mit der Erfahrung am eigenen Körper. Jede brachte einen Gegenstand aus ihrer Alltagswelt mit, einen, der von persönlicher Bedeutung ist. Diesen sollten sie genauer betrachten und in anderer Dimension als Keramik umsetzen. Am Schluß werden sie das keramische Objekt mit zurück in ihre Alltagsumgebung nehmen. Dort erscheint es nun in anderer Dimension. Ob riesengroß oder ganz klein, liegt dabei in der Hand der Mädchen. Darin lässt sich eine Lebensweisheit erkennen. Nebenher entdecken die Mädchen den Uni-Alltag von Lena und Theres. Dazu gehören das Essen in der Mensa, der Besuch in allen Werkstätten und einige kurze Wege durch die Straßen der Landeshauptstadt. Auch wie eine Aufgabe für Studienbewerberinnen bei der künstlerischen Eignungsprüfung an der Kunsthochschule aussieht, wissen sie nun. Die sollten sie gleich an ihrem ersten Tag lösen.

Erschöpft sitzt eine der Schülerinnen am Werktisch. Sie hat mehrere Kunstwerke fertig gestellt. Das kostet körperliche Kraft, fordert Geduld und eine große Portion Phantasie. Während ihre Arbeiten auf dem Werktisch abtrocknen ruht sie sich aus. Theres fordert sie auf, sich etwas Neues zu überlegen. Nur was? Ratlos blickt das Mädchen zur angehenden Kunst- und Englischlehrerin auf. “Gestalte doch mal Dein Lieblingstier”, schlägt diese vor. Das kann ich nicht! “Waaaas?? Klar kannst Du das!”, protestieren die anderen Mädchen lautstark im Chor. Kurze Zeit später entsteht eine Eule, ohne Vorlage. Das Bild ist im Kopf. Es verwandelt sich vor unseren Augen in eine detailgenaue, puppengroße Plastik.

Theres Böttcher studiert Englisch und Kunst für das Lehramt an Gymnasien. Sie ist eingeschrieben an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Lena Kaapke ist Studentin in der Fachklasse Freie Kunst und Keramik an der Muthesius Kunsthochschule.

von Daniela Mett

Kieler Nachrichten:

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Anmerkung der Schulsozialarbeiterinnen zum Zeitungsbeitrag:

Nicht alle jungen Menschen, die uns aufsuchen, haben häusliche Probleme. Alle haben ihre eigene Geschichte, manchmal auch tragische oder tolle Familienverhältnisse…

Gruß aus der INSEL

 

 

 

 

 

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